• Die unterbrochene Reise – Teil 3: Im Hafen der Geborgenheit

    Im Hafen der Geborgenheit

    Fünf Menschen erzählen von ihrem Kampf mit der Sexualität. Von Coming Out Ministries

Montag, 16 Oktober 2017 – 08:06 Uhr

Die unterbrochene Reise – Teil 2: Außer Kontrolle! …?

Außer Kontrolle! …?

Fünf Menschen erzählen von ihrem Kampf mit der Sexualität. Von Coming Out Ministries

woolsey gelb

 

Ich dachte, dass ich meiner Frau die Wahrheit sagen sollte. Natürlich war sie am Boden zerstört. Es brach ihr das Herz. Dann waren da unsere beiden Kinder, sehr junge Kinder. Aber – alle Achtung! – meine Frau liebte mich; sie war eine Christin; sie war bereit, mir zur vergeben; sie wollte das mit mir gemeinsam bewältigen, und sie wollte bei mir bleiben. Sie wollte eine Beratung machen und sehen, ob wir das wieder hinbekommen. Doch als die Hirten – und damit meine ich christliche Pastoren – meiner Frau rieten, sich einfach »von diesem Mann scheiden zu lassen und sich wieder dem Leben zuzuwenden; so jemand ändert sich nicht«, war ich schwer getroffen und zornig. Ich dachte das ja ohnehin von mir, aber aus dem Munde von Profi-Seelsorgern, von denen man Lösungen erwartet, das hat mich wirklich verbittert gegen die Gemeinde und gegen Gott selbst.

 

 carducci gelb

In der Bibel wird von Homosexualität als einem Gräuel gesprochen. Ich sagte: »Wie kannst du behaupten, dass ich ein Gräuel bin, wenn du mich so geschaffen hast. Das ist nicht fair. Ich hab mir das nicht ausgesucht. Ich wollte es nicht. So sehr ich auch gekämpft habe, um nicht so zu sein, und gebetet habe und dich angefleht habe, mich zu ändern, du hast es nie getan. Also bin ich eben so. Mach, was du willst!«

 

  

woolsey gelb

 

So gab ich schließlich einfach auf. Ich hörte auf, gegen meine Neigungen zu kämpfen. Ich hörte auf, dafür zu beten. Viele Jahre hatte ich gebetet, dass der Herr mir das nimmt, aber er hat es einfach nicht getan. Ich dachte, weil ich weiter dieses starke Verlangen hatte und diese unkontrollierbaren Gedanken, dass ich halt so bin. Und ich entschied mich schließlich, mich so zu nehmen, wie ich bin, und gab auf. So machte ich meiner Ehe ein vernichtendes Ende. Ich stürzte kopfüber in die Schwulenwelt, und dann gab es in meinen Augen kein Zurück mehr. Ich wollte nicht schwul sein. Ich dachte, mir blieb nichts anderes übrig. Ich nahm mich einfach so, wie ich war, und musste damit klarkommen und alle anderen auch. Ich sah keine Lösung.

 

blakely gelb

 

Was ist mit den Dingen, über die wir nicht reden? Was ist denn mit Pornografie? Was ist mit Überessen? Was ist mit vielen anderen Dingen, die Satan uns in den Weg stellt? Und ehrlich gesagt, er hat für jeden von uns etwas parat. Wenn man mal darüber nachdenkt: So lange er unsere Gefühle täuschen kann, fühlen wir uns angezogen, und dann fangen wir an, unsere Gefühle für wahr zu halten. Also glaubte ich meinem Freund. Ich glaubte, dass ich schwul war und dass dies nicht Gottes Wort entsprach. Ich dachte eben: »Na gut. Ich kann nichts dagegen machen.« Ich hatte die Nase voll – voll vom Christentum, voll von Gott und begrüßte die Schwulengemeinde mit offenen Armen, und auch ich wurde herzlich von ihr aufgenommen.

 

harrison gelb

 

Eines Tages setzte sich mein Vater zu mir und sagte: »Danielle, wenn es Dinge gibt, wo du dich von den meisten anderen unterscheidest, dann ist das okay. Und wenn du kannst … Ich meine, sei du selbst. Das ist in Ordnung! Egal, wer du bist, ich habe dich immer lieb.« Er sagte nicht frei heraus: »Danielle, es ist okay, wenn du lesbisch bist«, aber wir wussten beide, dass es darauf hinauslief. Also dachte ich: »Mensch, okay. Dann brauch ich ja nichts zu verstecken, nicht nur sexuell, sondern auch was meinen ganzen Lebensstil betrifft.«

 

carducci gelb

 

Meine Schwester zog von Ohio her, und wir wohnten zusammen. Ich erinnere mich, dass ich ihr sagte, ich sei schwul. Sie hatte ja keine Ahnung! Es war mir ein Rätsel, dass sie in all den Jahren, in denen ich mit Puppen gespielt und mich als Frau verkleidet hatte, nie auf den Gedanken gekommen war, dass ich schwul sein könnte. Sie war total geschockt, aber reagierte so lieb.

  

 

anna gelb

 

Als Kind hatte ich ein enges Verhältnis zu meiner Mutter. Sie war so, wie ich mir die beste Mutter der Welt vorstellte. Als ich dann älter wurde und mein Inneres langsam vor den Menschen versteckte, weil ich ihnen nicht trauen konnte, habe ich jeden irgendwie zur Seite geschoben, auch meine Mutter, obwohl ich dazu wirklich keinen Grund hatte. Ich meinte einfach, wenn sonst niemand für mich da war, warum dann sie?

  

harrison gelb

 

Ich wollte es mal mit dem Christsein probieren, mich etwas einlesen und halt die Bibel lesen und mal in die Kirche gehen, wenn jemand dort sein würde, dem ich vertrauen könnte. Ich suchte einen Ausgleich für meine eigenen Wege und wollte irgendwie weiter mit Gott zu tun haben, aber schließlich sagte ich: »Das schaff ich nicht. Ich kann keine Christin sein. Wahrscheinlich bin ich deshalb so deprimiert, weil die Bibel von mir will, dass ich soundso sein und soundso leben soll, aber ich es nicht schaffe. Ich versuche es, es klappt nicht und ich kann es auch nicht. Deshalb bin ich so schlecht drauf.« Ich wollte ein guter Mensch sein und gute Entscheidungen treffen, aber ich entschied mich immer für das Falsche. Ich war weder ein guter Mensch noch eine gute Freundin. Also fing ich an, mit den Fragen zu ringen: »Wer bin ich überhaupt? Wer sollte ich sein? Wer bin ich im Innersten?« Ich fing an, wirklich immer ausgefallenere Kleidung und Make-up zu tragen. Wenn mich auf der Straße ein kleines Kind anschaute und erschrak, dachte ich: »Heute sehe ich gut aus.« 

 

woolsey gelb

 

Auf eine Weise fühlte ich mich sehr erleichtert, als ich in die Schwulenwelt eintauchte, weil ich nicht länger dagegen ankämpfen musste. Ich wusste: Von der Bibel her war dieses Leben falsch. Mir waren die ganzen Bibelverse durchaus bewusst. Ich hatte einfach aufgegeben.

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blakely gelb

 

So lebte ich fast 40 Jahre in der Schwulenszene. Ich sagte meinen Eltern und allen andern: »Ich bin schwul. Daran lässt sich nichts ändern. Ich stehe dazu.« Ich wechselte häufig die Partner. Ich weiß, dass es da draußen viele gibt, die das nicht tun. Es gibt wohl viele Leute, die sich in eine Person verliebt haben und mit ihr schon 25 oder 30 Jahre zusammenleben. Doch alle Beziehungen, die ich kennen gelernt habe, die so geartet waren, und wo sich jemand als monogam bezeichnete, da ging ich doch mit seinem Freund ins Bett.

 

carducci gelb

 

Ich nutzte das Fitnessstudio als Hauptumschlagsplatz, um Männer zu treffen, in der Sauna im Dampfbad usw., und tatsächlich bis zu dreimal am Tag mit verschiedenen Männern Sex zu haben, und das drei- oder viermal pro Woche, 20 Jahre lang.

 

 

 

blakely gelb

 

Nun … das ging Jahre so weiter, bis plötzlich etwas in voller Geschwindigkeit auf mich zuraste: Killersex … AIDS. Und plötzlich fingen meine engsten Freunde an zu sterben. Ich war erst 30 Jahre alt, als das anfing, und ich erinnere mich noch, wie ich meine Eltern anrief und sagte: »Was geht hier vor sich? Warum muss mir das passieren? Ihr seid in den Fünfzigern und von euren Freunden ist noch niemand gestorben. Warum passiert das?«

 

carducci gelb

 

Ich sah zu, wie meine Freunde wie die Fliegen starben. Ich hatte ungeschützten Sex mit Männern, und drei Monate später waren sie tot. Ich wusste, dass ich das Schicksal die ganze Zeit herausforderte, aber ich konnte nicht aufhören. Die Sucht trieb mich nur immer noch weiter an, und ganz gleich, wie schrecklich ich mich danach fühlte, nichts konnte mich stoppen.

 

 

blakely gelb

 

Ich erzähle das nicht, um zu sagen, dass alle Schwulen so leben. Es gibt so viele verschiedene Wege. Bekanntlich sind auch Heterosexuelle verkorkst. Homosexuelle sind verkorkst. Wir alle sind verkorkst, wenn wir nicht auf den Einzigen schauen, der die Heilung bringen kann, die wir brauchen, ganz gleich, wie verkorkst wir sind. Ich wollte geliebt werden. Allein darauf kam es mir an.

 

 

carducci gelb

 

Dann traf ich einen tollen Typen. Dicke Arme, große blaue Augen. Er war Millionär. Fuhr einen Mercedes Cabrio. Hatte ein großes Haus mit Swimmingpool. Ich erinnere mich noch, wie ich dachte: »Genial! Ich hab ins Schwarze getroffen. Ich bin angekommen.« Alles, was wir wollten. Dann aber dachte ich: »Ist das alles im Leben?« Ich erinnere mich, wie ich da mit meinem Freund am Wochenende lag, der Pool zu unseren Füßen, und wie ich bei mir dachte: »Ich habe alles erreicht, was die Welt erstrebt. Aber ist das wirklich alles?«

 

harrison gelb

 

Ich dachte, dass ich ein großes Maß an Freiheit erlebte, bei dem, was ich tat, bei dem, wie ich lebte, wie ich durchstartete und mein eigenes Leben führte, meine eigenen Entscheidungen traf. Und ich spürte immer den Drang nach mehr, nach mehr Extremen, nach mehr Erfüllung. Nie fühlte ich, dass ich den Gipfel der Zufriedenheit erreicht hätte.

 

 

woolsey gelb

 

Ich suchte Freiheit von Gottes Gesetz. Denn es heißt ja überall: »Du sollst nicht! Du sollst nicht! Du sollst nicht!« Ich hatte aufgegeben, war einfach in die Welt gegangen und fühlte mich frei vom Gesetz. Dennoch sagt die Bibel, dass Gottes Gesetz das Gesetz der Freiheit ist. Wenn ich also von der Freiheit frei bin, wie ist es dann wirklich um mich bestellt?

 

 

carducci gelb

 

Ich hatte zwei Schwestern, die für mich beteten. Ich weiß nicht mal wie lange. Eine Schwester war sehr gläubig und lebte in Colorado, und eine andere Schwester – das war meine Schwester dort in Florida, die mit mir zusammenarbeitete in meinem Frisörsalon. Sie lud mich und meine Liebhaber regelmäßig zu sich zum Essen ein an den Feiertagen. Sie verbot mir nie, meinen Neffen zu halten, als er ein Baby war. Ich wusste ohne Zweifel, dass sie mich liebte. Daran gab es keinen Zweifel. Aber sie beteten für mich.

 

harrison gelb

 

Und ich glaube, Gebet hat einen großen Teil dazu beigetragen. Die Leute brauchen unser Gebet mehr, als unseren erhobenen Zeigefinger oder unser innerliches Verurteilen ihres Verhaltens. Was hat Jesus gemacht? Er mischte sich unter die Leute. Er beschäftigte sich mit ihren Bedürfnissen. Er gewann ihr Vertrauen, und dann lud er sie ein: »Folge mir nach!«

 

 

blakely gelb

 

 Und doch versuchte Jesus die ganze Zeit, mir zu sagen, vom ersten Tag an: Du bist wichtig, du gehörst dazu und du bist geliebt. Aber ich konnte es nicht sehen und wollte es nicht glauben. Ich hielt nicht lang genug inne, um auf ihn zu hören. Ich konnte ihn nicht hören, weil ich ihn durch meine eigene Stimme übertönte. Und er: »Also gut, Wayne. Solange du auf deinem Weg beharrst, darfst du das gerne tun, aber ich versuche, an dich dranzukommen, und: Stell dir vor! Es gibt noch andere Leute, denen du wichtig bist, und die beten sogar für dich.«

 

woolsey gelb

 

Während ich die ganzen Jahre als Homosexueller lebte und Gott die Schuld gab für alles Falsche in meinem Leben, ihm keine Anerkennung zollte für alles Gute, wurde mir nicht bewusst, dass meine Eltern und meine Familie und einige meiner früheren Freunde für mich beteten. Eine Art, wie der Herr solche Gebete oft erhört, ist, dass er die Person so tief fallen lässt, bis sie ganz unten ist, sodass sie nur noch nach oben schauen kann.

  

anna gelb

 

Es dauerte lange, nachdem das aufhörte – der Missbrauch durch meinen Cousin –, bis ich begriff, dass sie vielleicht doch die Mama war, die ich als Kind gekannt hatte, dass sie sich vielleicht gar nicht geändert hatte, sondern vielleicht ich. Schließlich brach ich eines Tages zusammen und schluchzte in meinem Zimmer. Da kam sie herein und nahm mich einfach in den Arm und sagte: »Darf ich dir bitte helfen?« Und ich sagte: »Kannst du bitte mit mir beten? Ich brauche deine Hilfe.« Sie sagte: »Ja.« Und dann nahm sie mich noch fester in den Arm und fing an zu beten. Sie sagte: »Jesus, du weißt, wo Anna ist, ich weiß es wirklich nicht, aber sie braucht deine Hilfe, weil ich ihr nicht helfen kann.« Sie hat mich festgehalten, und ich habe einfach geweint. Und sie hat geweint. [lacht] Und … ich habe ihr immer noch nicht ganz vertraut. Aber ich wusste: Wenn ich jemand zum Beten brauchte, ist sie weiter für mich da.

 

harrison gelb

 

Dann wuchs in mir der Wunsch herauszubekommen, wer und was Gott ist, und was wirklich hinter den Kulissen geschieht, also hinter den Wolken sozusagen, was für einen Sinn das Leben wirklich hat. Da hab ich angefangen, mir die verschiedenen Weltreligionen anzuschauen und mich vor allem über Wicca-Hexerei zu belesen. Weil ich eher einen Bezug zu Frauen hatte, konnte ich mir Gott eher als Frau vorstellen. Während ich mich darüber belas und diese Reise in spirituelle Dinge unternahm, sah meine Schwester, dass etwas mit mir vor sich ging. Ich fand plötzlich einige Gemeinsamkeiten, spürte einen engeren Bezug zu ihr, weil ich dieses neugewonnene Interesse hatte, mit meiner Familie wieder mehr Kontakt zu haben. Immer wenn ich mich gegen Gott gewehrt hatte, hatte ich mich auch ausgiebig gegen meine Familie gewehrt, weil meine Schwester und meine Mutter Christinnen geworden waren.

 

carducci gelb

 

Hier bin ich, dieser Spitzenfrisör, und meine Schwester kommt zu mir, und der Herr hat ihr gesagt – als diese Evangelisation lief: »Lad deinen Bruder ein!« Und sie dachte: »Er wird sowieso nicht hingehen, aber ich kann ihn einladen.« Also kam meine Schwester zu mir und sagte: »Hey, da läuft gerade eine Evangelisation. Erdboden, Klappstühle, im Zelt. Hast du Lust?« Ich schaute sie an, natürlich hatte ich keine Lust, aber ich schaute sie an und sagte: »Na gut, ich geh hin.«

 

harrison gelb

 

Es gab vor allem eine Person, die in meinen Augen wirklich Jesu Wesenszüge an sich hatte. Wir begegneten uns, wir redeten ein paar Worte und jeder zog wieder seines Weges. Aber ich dachte jedes Mal: »Ich weiß nicht, was dieser Mann hat, aber ich will es auch haben.« Und schließlich beschloss ich, dass ich an einem Wochenende in die Kirche gehen würde, weil ich wusste, dass er predigte, und ich wollte einfach mal hören, was für ihn funktionierte. Als er seine Predigt begann, war das erste, was er sagte: »Heute sprechen wir über die Kreuzigung.« Ich dachte: »Oh, die Kreuzigung. Warum bloß? Nur das nicht!«

 

carducci gelb

 

Der Prediger machte einen Aufruf, nach vorne zu kommen, und ich saß auf dem Stuhl und wusste, dass ich Jesus an diesem Abend in mein Herz aufnehmen wollte. Aber wenn ich an meinen Freund dachte und wie mein Leben aussah, dass ich mich nicht im Griff hatte mit meiner Sexsucht, wie sollte ich da nach vorne gehen? Ich sah keine Möglichkeit, mein Leben zu verändern. Also blieb ich auf meinem Stuhl sitzen. Dann sagte der Prediger: »Einige von euch heute Abend«, sagte er, »werden nie mehr eine Gelegenheit haben, den Heiligen Geist in ihr Leben aufzunehmen.« Ich saß auf dem Stuhl und sagte: »Herr, ich kann zwar nicht nach vorne gehen, aber ich gebe dir mein Herz.«

 

harrison gelb

 

Jedes Mal, wenn ich an Gott dachte, dachte ich an Licht und Liebe, an Freude und Frieden und Güte und an all diese schönen Dinge. Das war für mich Gott. Aber wenn ich die Bibel nahm und die Bibel las, las ich von Problemen und Kämpfen und Sünde und Krieg und Tod und der Kreuzigung. Ich konnte in meinem Kopf einfach solche Geschichten nicht mit Gott in Zusammenhang bringen. Als er das sagte, dachte ich: »Nur nicht die Kreuzigung!« Sein nächster Satz lautete: »Und wahrscheinlich denkt ihr: Nur nicht die Kreuzigung! Warum bloß? Nur nicht das!« Er sagte exakt das, was ich gerade gedacht hatte. Das machte mich neugierig. Ich setzte mich etwas gerader hin, und sagte: »Gut, Gott, du willst mir heute etwas sagen, also werde ich zuhören.«

 

blakely gelb

 

 

Eines Tages … saß ich in meinem Schlafzimmer … und – Ich weiß nicht. Ich war einfach … Ich weiß nicht. Der Heilige Geist war zu spüren.

 

 

 

harrison gelb

 

 Und ich war so … begeistert und beunruhigt und bewegt von dieser Botschaft, dass ich den ganzen restlichen Tag mit Gott rang. Ich sagte – ich betete einfach. Ich sagte: »Das leuchtet so derart ein!« Ich habe in meinem Leben gesehen, dass es Entscheidungen gibt, die mich vom Licht trennen und mich in die Finsternis stoßen. Das war eines der größten Bilder aus der Natur, mit dem ich damals wirklich viel anfangen konnte: Licht und Finsternis.

 

blakely gelb

 

Nun, ich bin ja christlich aufgewachsen und wusste aus Gottes Wort, dass Gott sich nicht über mich freute. Ich wusste, dass es eine Lösung geben musste, weil Gott die Welt sicher nicht geschaffen hatte, um mir die Antwort nie zu verraten. Jetzt hatte er einen aufmerksamen Zuhörer, und ich fing an, darüber nachzudenken, dass jeder einzelne meiner Freunde tot war, alle meine schwulen Freunde. Da dachte ich über meine Bestimmung nach. Etwa so: »Gut, Wayne, was wird mit dir geschehen? Wie wird dein Leben – wie wird es sich entwickeln? Wo soll das alles enden?«

 

woolsey gelb

 

Und als ich aufhörte, andern die Schuld zu geben, und logisch nachdachte, einfach mal logisch nachdachte, wie ich schon schwul auf die Welt kommen konnte, und mein Leben Revue passieren ließ, um zu sehen, ob ich einen Zusammenhang herstellen und mir einen Reim auf das Ganze machen konnte, da fiel mir der sexuelle Missbrauch in meiner Kindheit ein, meine wiederholte Opferrolle, und mir wurde auf einmal klar, dass ich in der Kindheit auf die falsche Bahn geraten war durch den Missbrauch, durch verschiedene Umstände. Wenn ich auf die falsche Bahn geraten konnte, warum nicht auch wieder auf die richtige?

 

blakely gelb

 

Hier saß ich, ganz allein, vor Gott, und hörte ihn einfach sagen: »Kannst du mich jetzt hören? Du hast mich dein ganzes Leben lang als Verursacher beschuldigt. Weißt du was, Wayne? Die Sünde ist der Verursacher, der Feind.«

 

 

 

woolsey gelb

 

Ich war in einer festen Beziehung, auf Lebenszeit. Wir liebten uns sehr. Aber als ich studierte, fing ich an, Jesus mehr zu lieben. Mir wurde klar, dass ich mich entscheiden musste zwischen diesen beiden Männern, dem Mann, mit dem ich zusammenlebte in einer Beziehung, die Gott nicht guthieß, und dem Mann, Jesus, der sein Leben für mich gegeben hatte.

  

 

carducci gelb

 

An jenem Abend auf dem Parkplatz sagte meine Schwester: »Was wirst du mit deinem Freund machen?« Ich sagte: »Nichts. Ich bin schwul. So bin ich halt.« Und ich sagte: »Ich habe gebetet, dass Gott mich ändert. Ich habe gebetet, dass der Herr mir das nimmt. Ich habe gebetet, dass er mich heilt. Er hat es nie getan.« Ich sagte: »Alles, was ich weiß, ist, dass ich schwul bin, dass ich so auf die Welt kam.« Ich sagte: »Ich weiß auch, dass Jesus mich so liebt, wie ich bin.« Am nächsten Morgen wurde ich getauft. Gott nahm mich auf eine Reise mit. Ich glaube, er wusste, dass er mich erst ins Taufbecken holen musste, damit ich entschlossen war, ihm nachzufolgen und mit ihm zu leben, und dass er bei mir sein würde mitten in meinem Chaos, und dass er mich begleiten würde.

 

woolsey gelb

 

Es ist, als ob der Teufel mich nicht loslassen wollte. Wenn er mich nicht verführen konnte, nicht locken und täuschen, dann würde er Gewalt anwenden. Und dieser Mann, in den ich so sehr verliebt war, ging auf mich los. Als die Sache erledigt war, sah ich aus, als hätte ich gerade einen Autounfall gehabt. Fast hätte ich dabei mein Leben verloren. Der Herr verschonte mein Leben, aber er ließ mich durch dieses Trauma hindurchgehen. Und ich denke, er ließ es zu, dass ich das erlebte, um mich aufzuwecken, damit ich sah, womit ich es wirklich zu tun hatte, und dass ich wirklich ein Sklave war und dass ich nur durch ein Wunder frei werden konnte. Als ich mich aus dieser Beziehung trennte, um Jesus Christus anzunehmen … kehrte ich allem den Rücken und ging nie mehr zurück.

 

carducci gelb

 

Ich ging heim und ganz plötzlich wurde mir klar: »Moment mal! Werde ich nie mehr Liebe erleben können? Werde ich nie mehr Menschen haben, die mich im Arm halten und mir sagen, dass sie mich lieben? Werde ich nie mehr erleben, wie es ist, jemand im Arm zu halten und ihn mit Liebe zu überschütten?« Ich liebte Jesus und wollte ihm von ganzem Herzen dienen. Etwa so: »Wie kannst du von mir verlangen, dass ich so etwas tue? Wie kannst du von mir wollen, dass ich etwas aufgebe, das so gut ist?«

 

Teil 1               Letzter Teil

Die Video-Dokumentation kann man in englischer Sprache auf folgender Website ansehen (Zugangscode 5 US$) oder als DVD bestellen (15 US$ plus Porto). Zahlung über PayPal. Auch eine kostenlose Filmvorschau ist vorhanden.

www.journeyinterrupted.com

Ein Film von Coming Out Ministries

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